Präsenztherapie

Psychisches Leiden geht zumeist mit dem Verlust von Präsenzerleben einher. Präsenztherapie verhilft dazu, sich im Jetzt und Hier in Körper und Seele in dieser Welt gebunden zu fühlen.

Kinderhand berührt gelbe Blüten

Was ist Präsenzerleben?

Wir verbringen einen großen Teil unseres Lebens im Kopf: planen, erklären, grübeln, Sinn suchen. Das ist wertvoll – aber es ist nur eine Seite. Die andere ist das unmittelbare Erleben: über den Körper etwas spüren, einem anderen Menschen wirklich begegnen, im Moment aufgehen. Dieses Erleben nenne ich Präsenzerleben.

Psychisch gesund bleiben wir, wenn beides in einem lebendigen Wechsel steht – zwischen „Sinnkultur“ und „Präsenzkultur“. Wie dieses Verhältnis aussieht, ist bei jedem Menschen anders. Gerät es dauerhaft aus dem Gleichgewicht, kann das krank machen.

Mögliche Anzeichen für einen Präsenzmangel

  • Ein starkes Bedürfnis nach Nähe und Berührung
  • Häufiges Grübeln und Gedankenkreisen
  • Schlafstörungen, weil die Gedanken nicht zur Ruhe kommen
  • Das Gefühl, abgestumpft zu sein – Freude oder Trauer kommen kaum noch an
  • Schwierigkeiten, in Gesellschaft abzuschalten und sich auf Nähe einzulassen

Wie die Präsenztherapie arbeitet

Verstehen allein reicht oft nicht, um etwas zu verändern. Die Präsenztherapie setzt deshalb beim Erleben an – vor allem in der Begegnung mit anderen Menschen, denn Bindung ist der stärkste Auslöser von Präsenzerleben.

In der Therapie beobachten wir gemeinsam Präsenzmomente – Momente, in denen Sie ganz im Hier und Jetzt sind – und ich gebe Ihnen dazu Rückmeldung. So wächst Ihre Sensibilität dafür, solche Momente auch im Kontakt mit anderen Menschen zu erkennen. Ziel ist die Fähigkeit, in geeigneten Momenten mehr im Hier und Jetzt zu verweilen.

Der wissenschaftliche Hintergrund

Die Präsenztherapie baut unter anderem auf der Präsenzphilosophie von Hans Ulrich Gumbrecht („Diesseits der Hermeneutik“) auf und verbindet sie mit Erkenntnissen der Emotions- und Bindungsforschung, an denen ich viele Jahre geforscht habe.

Buchcover: Präsenztherapie, Thieme Verlag

Wolf K, Lan F, Wallner F (Hrsg.): Präsenztherapie – Neue psychotherapeutische Implikationen im Wandel des abendländischen und des fernöstlichen Denkens. Thieme Verlag, Stuttgart 2018.

Mehr dazu in meinen Beiträgen für Brigitte: „5 Anzeichen, dass in deinem Leben ein Präsenzmangel besteht“ und „8 Rituale, die dir zu mehr Präsenzerleben verhelfen können“.

Häufige Fragen

Fragen zu Präsenztherapie

Für wen eignet sich die Präsenztherapie?

Für Menschen, die viel grübeln, schlecht abschalten können, sich innerlich abgestumpft oder isoliert fühlen – häufig im Zusammenhang mit Depressionen, Ängsten oder Erschöpfung. Ob sie für Sie passt, klären wir im Erstgespräch.

Ist die Präsenztherapie ein eigenständiges Verfahren?

Die Präsenztherapie bildet zusammen mit psychoanalytisch orientierten Verfahren die Grundhaltung meiner Ganzheitlichen Modularen Psychotherapie. Sie wird individuell mit weiteren Verfahren kombiniert.

Wer übernimmt die Kosten?

Die Präsenztherapie ist Teil der psychotherapeutischen Behandlung. In der Regel übernehmen private Krankenversicherungen und Beihilfe die Kosten; Selbstzahler rechnen nach der GOÄ ab.

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Standorte: Köln-Sülz · Odenthal-Blecher

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